Die Vorfreude war schon gar nicht mehr zu bremsen, als wir endlich in den Bus stiegen. Denn endlich hatte das Warten ein Ende: Das Bundeslager 2026 stand vor der Tür! Alle vier Jahre treffen sich nämlich ca. 6000 Pfadfinder aus ganz Deutschland und verbringen knappe zwei Wochen miteinander auf einer riesigen Zeltstadt.
Da dieses Lager das Bundeslager vom BdP ist, und dieser auch noch sein 50-Jähriges Jubiläum feierte, waren wir natürlich auch dabei!
Dazu passend war auch das Motto: JuBULAeum – 50 Jahre Abendteuer.

Los ging es schon zwei Tage vor Beginn der Ferien. Wir trafen uns in der Früh am Volksfestplatz, wo uns ein Reisebus abholte und uns in guten 6 Stunden nach Immenhausen ins Abendteuer unseres Lebens brachte. Angekommen suchten wir unseren Lagergrund und unser Material zusammen und bauten unser Zuhause für die nächsten 10 Tage auf.
Damit so ein Lagerleben aber auch gut funktioniert und sich jeder wohl fühlt, müssen Regeln aufgestellt werden. Diese Regeln haben wir uns gemeinsam als Stamm am ersten Tag erarbeitet: Wir teilten den Stamm in Sipplinge und Rover ein, so konnte jede Altersgruppe überlegen, was für einen selbst wichtig auf so einem Lager ist. Später haben wir alle Ideen zusammengetragen und aus diesen dann einige Regeln formuliert. So wusste jeder direkt Bescheid und hatte Spaß sich an seine eigenen Regeln zu halten.
Nach dieser wichtigen Einheit stürmten alle los, um den Lagerplatz zu erkunden. Das Bundeslager ist in kleinere Unterlager aufgeteilt, um Programm und andere Dinge besser koordinieren zu können. Jedes Bundesland bzw. jeder Landesverband hat sein eigenes Unterlager. (Man muss jedoch nicht in dem Unterlager seinen LVs sein.) Wir waren im Unterlager Niedersachsen.
Auf dem gesamten Lagerplatz gab es so viel zu entdecken. Es gab eine riesige Markthalle, in dem man einkaufen konnte. Der Großteil der Markthalle war ein Unverpacktladen, so wurde viel Müll eingespart.
Außerdem hatte unser Ausrüster auch einen großen Raum, in dem man Abzeichen, verschiedenste
Pfadi-Gadgets, Taschen, das Bula T-Shirt, und noch vieles, vieles mehr kaufen konnte.
Falls man einmal nicht wusste, was man tun soll, ging man auf den großen Jubuläumsplatz. Denn dort gab es unzählige Angebote für Groß und Klein. Diese alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, hier jedoch eine Auswahl: Die Rainbow-Jurte, in der man über LGBTQ+ Themen aufgeklärt wurde oder in Chill-Ecken mit anderen quatschen konnte. Die Gelbe Jurte, in dem man als Meutenführung Tipps für die Meutenstunden bekommen hat. Das Internationale Café, die einen Kiosk hatten und viele Infos über Internationales Pfadfinden. (Es waren übrigens auch Pfadfinder von überall aus der Welt auf dem Bula). Und noch so viel mehr!
Mit einer der coolsten Dinge auf dem Bula ist es, wenn alle Teilnehmenden sich gemeinsam vor der großen Hauptbühne versammeln. So wie bei der Eröffnung des Lagers, beim Singewettstreit oder bei der Jubiläumsfeier, bei der jeder ein Stück des Jubuläumskuchen bekommen hat und wir alle gemeinsam die Kerzen unseres Kuchens auspusten durften.
Außerdem gab es eine Vorführung, bei der eine Jurte abgefackelt wurde. Das ging so unfassbar schnell, man durfte gar nicht blinzeln, so schnell war die Jurte eingestürzt!
In der Mitte des Lagers gingen unsere Sippen auf Raustage. Sie machten also eine kleine Wanderung und schliefen eine Nacht außerhalb des Lagerplatzes. Die einen schauten sich Ruinen an, platschten in einem Fluss, während die anderen eher in der Nähe blieben. Bei keinem durfte jedoch auf keinen Fall der Besuch im Freibad fehlen.
Damit aber auch ja niemandem langweilig wird, gibt es natürlich auch Programm. Dieses wird, wie oben bereits erwähnt, vom Unterlager organisiert. Unser Motto war Nimmerland. Wir sollten helfen Peter Pan und seiner Tinkerbell den Feenstaub zurück zu bringen. Es gab ein großes Geländespiel, AGs für Groß und Klein, einen Postenlauf und vieles mehr. Für Abwechslung war also gesorgt!
Bestimmt habt ihr euch schon gefragt, was man denn so am Abend unternommen hat. Sobald es dunkel war ging das Lagerleben nämlich erst so richtig los! Jedes Unterlager hatte ein eigenes Café, das sind riesige Jurtenkonstruktionen, die je nach Motto unterschiedlich dekoriert sind. Dort gibt es eine Bar, die Getränke aber auch Essen verkaufte. Es gab riesige Singerunden, Pub-Quizze, Silent-Discos, Live Musik und noch so viel mehr.

Ja, ich weiß, das ist schon alles mega krass und so. Was wäre aber so ein Lager mit so vielen Angeboten, Spielen und Möglichkeiten seine Zeit zu verbringen ohne die richtigen Leute? Denn das wirklich aller schönste ist das Wiedersehen von Freunden, die man seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hat und das Kennenlernen von den unterschiedlichsten Personen. Denn eins kann ich sagen: Das, was man auf dem Bula erlebt, bleibt nur auf Grund der Menschen, mit denen man das alles erlebt bis zum Lebensende in Erinnerung.

So! Wirklich Respekt, wenn ihr bis hier gelesen habt und euch nicht schon vorher langweilig wurde! Ich hoffe ich habe es geschafft wenigstens nur ein Funken von dem Gefühl rüberzubringen, was es heißt Teil von so einem Lager, so einer Gemeinschaft zu sein und so etwas erleben zu dürfen!

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